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Lebensqualität trotz Prostatakrebs

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„Ich habe Prostatakrebs, aber ich leide nicht – mir geht es sogar richtig gut!“

So oder ähnlich äußern sich Patienten, die sich für eine Strahlentherapie des Prostatakarzinoms entschieden haben.
Von der Art der Krebsbehandlung hängt zum einen die Heilungschance, zum anderen das Ausmaß der Nebenwirkungen ab. Jene Patienten, die den Prostatakrebs chirurgisch behandeln lassen, sich also einer Operation unterziehen, müssen anschließend häufig schwere Nebenwirkungen wie Harninkontinenz oder Impotenz ertragen.
Nicht wenige Männer glauben, solche massiven Beeinträchtigungen ihrer Lebensqualität seien der Preis dafür, wieder gesund zu werden. Eine Fehleinschätzung, denn die Bestrahlungstherapie des Prostatakrebses beweist, dass Heilen ohne Leiden möglich ist: „Die Strahlenbehandlung der Prostata belastet insgesamt nur sehr wenig“, sagen Dr. med. Gregor Spira und Dr. med. Carsten Weise. „Die von uns bestrahlten Patienten sind so gut wie nie inkontinent und wesentlich seltener impotent, als es nach Operation der Fall wäre.“ Den Therapieerfolg schmälert dies nicht: Wird Prostatakrebs ausschließlich mit Strahlen behandelt, ist die Heilungschance mindestens genauso hoch wie nach radikaler Operation – bei deutlich mehr Lebensqualität.

Mit IMRT gesunde Organe maximal schonen

Um die Bestrahlungstherapie noch angenehmer zu machen und gesunde Organe in Tumornähe maximal zu schonen, setzen Dr. Spira und Dr. Weise außerdem auf die intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT). Ein fortschrittliches Konzept, das es den beiden Radioonkologen ermöglicht, krankes und gesundes Gewebe exakt voneinander abzugrenzen. Beispiel Prostatakrebs: Die Vorsteherdrüse stülpt sich wie eine Mütze über die Wand des Enddarms. Um ihn nicht zu schädigen, müssen die Strahlen deshalb unterschiedlich tief in die Prostata eindringen. Ihre Intensität muss also differenziert und den anatomischen Verhältnissen angepasst werden, damit über das Zielorgan, die Prostata, an keiner Stelle hinausgeschossen und der empfindliche Darm getroffen wird.

Der bewährte Standard, also Mehrfeldtechnik und dreidimensionale Konformationsbestrahlung, reicht dazu nicht aus. Dr. Spira erläutert: „Wir erzeugen grundsätzlich mehrere Strahlenfelder, mit denen wir den Tumor aus verschiedenen Richtungen ins Visier nehmen. So erreichen wir, dass die Strahlenenergie wunschgemäß dort am höchsten ist, wo sämtliche Strahlen sich bündeln, nämlich nur im Tumor selbst. Beim Bestrahlen aus verschiedenen Richtungen sind aber immer auch gesunde Organe im Weg. Um sie aus der Schusslinie zu nehmen, wird der Strahlengang geformt oder, wie wir Ärzte sagen, konformiert. Mit anderen Worten: Wir schirmen Organe, die wir nicht treffen möchten, ab, indem wir uns spezieller Filter und beweglicher Blenden aus Blei bedienen. Das Strahlenfeld ist dann annähernd deckungsgleich mit Tumorform und Tumorgröße.“

Weiterentwicklung der Konformationsbestrahlung

Die IMRT geht einen entscheidenden Schritt weiter: Sie zerlegt das Strahlenfeld in unendlich viele kleine Segmente, vergleichbar mit Pixeln bei einer Fotografie. Auf diese Weise lässt sich die Strahlung auch einer sehr komplexen Zielstruktur, wie sie z. B. die Prostata darstellt, präzise anpassen und von gesundem Gewebe noch besser fernhalten. Das geschieht, indem die Strahlenintensität bzw. die Eindringtiefe ins Gewebe millimetergenau differenziert wird – weniger Strahlung zentral, wo sich der Darm im Rückraum der Prostata befindet, mehr Strahlung zu den Seiten hin, wo die Prostata am Darm vorbei geht. Dr. Spira: „Das ist Konfirmieren auf höchstem Niveau, so, als würde um die Ecke bestrahlt!“

Übrigens: Weil der Enddarm durch die IMRT maximal geschont wird, kann das Prostatakarzinom selbst mit höheren Dosen bestrahlt werden als üblich, wodurch sich die Heilungschance erhöht. Anwendung findet die Methode mittlerweile auch bei Tumoren der Schädelbasis, des Kopf-Hals-Bereichs und der Wirbelsäule, um Gehirn, Speicheldrüse und Rückenmark optimal vor Strahlung zu schützen.

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