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Brustkrebs


 

Brustkrebs bestrahlen, Rückfällen vorbeugen und das Herz dabei schonen

Frauen mit Brustkrebs steigern ihre Heilungschancen enorm, wenn sie sich für eine Strahlentherapie entscheiden. Diese wird ärztlich empfohlen, um Krebszellen zu zerstören, die nach Chemotherapie und Operation eventuell übrig geblieben sind – und aus denen sich mit der Zeit erneut ein Tumor in der Brust, ein sogenanntes Lokalrezidiv, entwickeln könnte. „Wir Strahlentherapeuten betreiben bei unseren Brustkrebspatientinnen Rezidivprophylaxe, d. h. wir verfolgen das Ziel, einen Rückfall zu verhindern“, sagen Dr. med. Gregor Spira und Dr. med. Carsten Weise. „Mit beachtlichem Erfolg: Die Bestrahlung des verbliebenen Brustgewebes verringert das Rezidivrisiko um 40 Prozent.“

 

Brusterhalt ohne Reue

Von der Nachbestrahlung profitieren insbesondere Frauen, die eine Brustamputation scheuen. Wissenschaftliche Studien belegen: In Kombination mit der Strahlentherapie erweist sich die brusterhaltende OP als genauso sicher wie die vollständige Entfernung der Brust (Mastektomie). Die Bestrahlung sorgt mit anderen Worten dafür, dass der Brusterhalt nicht mit einer geringeren Überlebensrate einhergeht. „Das ist gerade für junge Patientinnen ganz wichtig, denn Brustkrebs wird bei Frauen immer früher diagnostiziert. Das Durchschnittsalter liegt momentan bei Ende 40“, weiß Dr. Spira. Ärztliche Fachgesellschaften empfehlen, nach brusterhaltender OP den gesamten Brustbereich und die darunter liegende Brustwand zu bestrahlen, am intensivsten das sogenannte Tumorbett, also den Bereich rund um den entfernten Tumor. Bei Anzeichen für einen Tumorbefall von Lymphknoten und -bahnen wird die Strahlentherapie auf den Bereich der Achselhöhle und des Schlüsselbeins ausgedehnt. Manche Tumoren allerdings lassen sich nur durch Abnahme der gesamten Brust vollständig beseitigen. Weil Rückfälle auch hier nicht auszuschließen sind, wird den betroffenen Frauen nach der OP ebenfalls zur Bestrahlungstherapie geraten.

 

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Besser verträglich als Chemo

Die Strahlentherapie ist eine lokale Therapie, entfaltet ihre Wirkung also ausschließlich am Ort der Bestrahlung, d. h. zielgenau innerhalb eines exakt vermessenen, von den Ärzten auf der Haut markierten Strahlenfeldes. Sie ist deshalb wesentlich schonender, viel besser verträglich und ärmer an Nebenwirkungen als die systemisch, d. h. im gesamten Organismus wirkende Chemotherapie. Gesunde Zellen reagieren auf die Strahlenenergie weniger empfindlich als Tumorzellen – sie sterben nicht ab, sondern können regenerieren. Eventuelle Nebenwirkungen gehen daher relativ kurz nach Behandlungsende meist von allein vorüber. Das jedenfalls gilt für die Zellen der Haut, die stets mit in der Schusslinie sind, denn die Strahlenbehandlung der Brust erfolgt perkutan, d. h. durch die Haut hindurch ins darunterliegende Gewebe, das eigentliche Zielgebiet. Die Hautreaktionen ähneln meist leichtem Sonnenbrand. Langfristig ändert sich die Pigmentierung, d. h. die Haut wird entweder dunkler oder heller als vor der Strahlentherapie. Außerdem können die Schweißdrüsen sich zurückbilden, die Haut wird trocken und juckt. Doch nur bei wenigen Brustkrebspatientinnen bleibt sie dauerhaft reizempfindlich und benötigt besonderen Sonnenschutz.

 

Erst Krebs, dann Herzinfarkt?

Das Problem: Die energiereiche Strahlung erreicht auch die Organe hinter dem Brustkorb. Muss die linke Brust bestrahlt werden, gerät das Herz teilweise ins Visier. Überall dort, wo der Herzmuskel und Herzkranzgefäße getroffen werden, können sich Verhärtungen bilden; das Organ schwächelt, das Infarktrisiko nimmt zu. Dies belegt eine Metaanalyse der Universität Oxford, die 2013 im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde. Ausgewertet wurden Daten von 2168 Brustkrebspatientinnen aus Skandinavien, die zwischen 1958 und 2001 eine Strahlentherapie erhalten hatten. Demnach nimmt das Risiko für eine Herzerkrankung tückischerweise zu, je länger die Strahlenbehandlung zurückliegt, und ist fünf bis zwanzig Jahre danach am höchsten. Gerade für junge Patientinnen eine bedrohliche Perspektive, vom Krebs geheilt nur wenige Jahre später an einem Herzinfarkt zu versterben.

 

Höchste Präzision, maximale Schonung

„An Brustkrebs Erkrankten ist die Strahlentherapie dringend ans Herz zu legen, um die Heilungschance zu erhöhen. Zugleich aber muss das Herz aus der Schusslinie genommen werden, damit es selbst keinen Schaden durch die Bestrahlung nimmt“, sagt Dr. Spira. Wie aber lässt sich der Strahlengang an dem sensiblen Organ vorbeilenken? Lagerungshilfen oder die Fixierung des Patienten sorgen dafür, dass der Körper nicht verrutscht, keine unabsichtlichen Bewegungen das Strahlenfeld ablenken und sein Ziel verfehlen lassen. Doch reicht dies nicht aus, denn das Herz verschiebt sich auch dann – beim Ausatmen nähert es sich, beim Einatmen entfernt es sich von der für es gefährlichen Strahlung. Dr. Spira und Dr. Weise setzen deshalb bei Brustkrebspatienten auf das sogenannte Atemgating, die atemgesteuerte vierdimensionale Bestrahlung der Brust. „Die Strahlung erfasst die Zielregion präzise dann, wenn der Abstand zum Herzen am größten ist. Im Moment der optimalen Atemposition bekommt der Patient das Signal, kurz die Luft anzuhalten. Dadurch wird die Bewegung im Brustkorb sozusagen eingefroren und wir lassen die sekundenschnelle Bestrahlung folgen“, erläutert Dr. Spira. „Das Herz liegt jetzt außerhalb des bestrahlten Gebietes und wird maximal geschont. Das Risiko eines strahlenbedingten späteren Infarkts geht mit dieser Methode gen null.“ Eine Absage an konventionelle Bestrahlungstechnik, die Dr. Spira überzeugend vorträgt: Seine radioonkologische Praxis war eine der ersten in Deutschland, die das Atemgating einführte – schon im Jahre 2009. Technologisch haben mittlerweile einige Strahlentherapeuten nachgezogen, verfügen aber nicht über vergleichbares Know-how: „Beste Technik ist das eine. Für beste Ergebnisse braucht es zusätzlich langjährige medizinische und menschliche Erfahrung, die in Sachen Qualität den entscheidenden Unterschied ausmacht.“ Schon an die 1000 Brustkrebspatientinnen und -patienten sind in Dr. Spiras und Dr. Weises Praxis atemgesteuert bestrahlt worden.

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Atemgating von Anfang an

Ganz wichtig: Für die beiden Spezialisten ist das Atemgating kein Beiwerk, vielmehr ein elementares Werkzeug, das sie schon im Vorfeld der Strahlentherapie einsetzen, um diese präzise zu planen. Das bedeutet konkret: Eine Infrarotkamera und ein Computertomograph stellen die Atembewegungen der Brustkrebspatientin auf einem Monitor bildlich dar. Auf dieser Grundlage können die Ärzte dann den zu bestrahlenden Bereich millimetergenau berechnen – und die Behandlung sowohl räumlich eingrenzen als auch optimal timen. „Die Bestrahlung erfolgt genau in dem Zeitfenster bzw. der Atemphase, in der keine Strahlen das Herz treffen können“, erläutert Dr. Spira. Sobald sich mit dem Ausatmen das errechnete Zeitfenster schließt, unterbricht das Bestrahlungsgerät sofort; sobald es sich mit dem Einatmen wieder öffnet, geht es mit der Bestrahlung weiter. Diese erfolgt also nicht kontinuierlich, sondern in vielen Einzeletappen, die immer nur ein, zwei Sekunden lang sind.

„Echtes Atemgating, wie wir es verstehen und betreiben, muss schon die Vorbereitung der Strahlentherapie einbeziehen“, unterstreicht Dr. Spira. „Erst dieser zusätzliche Arbeitsaufwand schafft die Voraussetzung dafür, dass die Behandlung gelingt und das Herz tatsächlich keinen Schaden nimmt. In anderen strahlentherapeutischen Einrichtungen, die technologisch nicht unbedingt schlechter aufgestellt sind, besteht in Sachen ‚Atemgating von Anfang an‘ noch viel Nachholbedarf.“

 

Strahlentherapeut des Vertrauens

Wer an Brustkrebs erkrankt ist und sich nach einem Strahlentherapeuten umsieht, sollte deshalb Empfehlungen behandelnder Ärzte und Zentren kritisch unter die Lupe nehmen und sich nach einer besseren Alternative erkundigen. Warum sich über den „Strahlentherapeuten des Vertrauens“ kein eigenes Urteil bilden und sich die Wahlfreiheit beschneiden lassen? Mag sein, dass bei der selbstbestimmten Arztwahl neben Spitzentechnologie, Kompetenz und Erfahrung auch ein perfektes Terminmanagement den Ausschlag gibt: Die Strahlentherapie Spira + Weise ist bekannt für extrem kurze Wartezeiten von maximal fünf Minuten.

 


 

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