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Strahlentherapie innovativ: Die Lebensqualität hat Priorität

Für Frauen mit Brustkrebs ist die Strahlentherapie unerlässlich, denn sie stellt eine wichtige Etappe auf dem Weg zur Heilung dar. Die Strahlung zerstört Krebszellen, die nach Chemotherapie und Operation eventuell übrig geblieben sind und aus denen sich erneut ein Tumor in der Brust entwickeln könnte. Von 100 Frauen, die sich für die Bestrahlung entscheiden, haben zehn Jahre später weniger als fünf einen solchen Rückfall erlitten.[1] Zwar ist damit kein Heilungsversprechen verbunden, zumal das ärztliche Berufsrecht dies nicht erlaubt. Doch einem sogenannten Lokalrezidiv vorzubeugen, steigert die Heilungschancen beträchtlich.

Viel besser verträglich als Chemo

Für Krebskranke nicht minder wichtig ist die Lebensqualität – sie wird durch die Strahlentherapie kaum beeinträchtigt. Anders als die Chemotherapie wirkt sie nicht im gesamten Organismus („systemisch“), sondern nur im Zielgebiet der Strahlung („lokal“); Gleiches gilt für die Nebenwirkungen. Von daher ist die Strahlenbehandlung wesentlich besser verträglich und bedeutet keine zusätzliche Belastung – abgesehen von vorübergehenden Hauterscheinungen, die einem leichten Sonnenbrand ähneln, und einer zeitweiligen Mattigkeit („Strahlenkater“). Die Arbeitsfähigkeit bleibt erhalten!

Allerdings wird die Geduld der Patientinnen ziemlich strapaziert: Die Strahlenbehandlung nach Brustkrebs-OP zieht sich etwa sieben bis acht Wochen hin, selbst wenn jeder Werktag genutzt wird. Die Gesamtstrahlendosis darf nämlich nicht auf einmal gegeben werden, sondern wird in niedrige Einzeldosen aufgeteilt („fraktioniert“), damit das gesunde Brustgewebe keinen Schaden nimmt. Für es reicht die Pause zwischen den einzelnen Behandlungen aus, sich zu erholen – für die strahlenempfindlicheren Tumorzellen hingegen nicht, sie gehen zugrunde. Der Fraktionierung wegen kommen ca. 28 Termine zusammen, an denen die operierte Brust komplett bestrahlt wird. Im Anschluss erhalten die Patientinnen obendrein noch ca. fünf Bestrahlungen, fokussiert auf das sogenannte Tumorbett, also das Areal, an dem sich der Tumor vor der Operation befand und wo unter Umständen nicht alle Krebszellen entfernt wurden. Hintergrund: Kommt es tatsächlich zu einem Lokalrezidiv, geht es bei 70 von 100 Patientinnen vom besagten Tumorbett aus. Um das Risiko zu minimieren, wird hier die Bestrahlung höher dosiert, fungiert als Verstärker („Boost“).

Mehr Lebensqualität durch weniger Therapietage

Der strahlentherapeutischen Praxis Spira + Weise ist es erfreulicherweise gelungen, die Bestrahlungsdauer von etwa acht auf vier bis fünf Wochen zu verkürzen. „Mit den modernen Geräten, über die wir verfügen, lassen sich die Bestrahlung der gesamten Brust und die Bestrahlung des Tumorbetts koppeln, also niedrige und höhere Strahlendosis zeitgleich verabreichen“, sagt Dr. Spira. Das innovative Konzept wird als simultan integrierter Boost (SIB) bezeichnet und kommt vor allem bei Brust- und auch bei Prostatakrebs zum Tragen. Dr. Spira: „Unsere Patienten sind dankbar, dass wir durch den SIB den Behandlungskomfort erhöhen, indem wir die Gesamtstrahlendosis auf einen kürzeren Zeitraum verteilen.“

Alternativ lassen sich die für die Gesamtbrust vorgesehenen Einzeldosen erhöhen und damit auf weniger als die üblichen 28 Sitzungen portionieren; der Boost findet hier wieder im Anschluss, nicht simultan statt. Dieses Therapiekonzept wird Hypofraktionierung genannt. Für welche Patientinnen und Patienten es infrage kommt, wird von Dr. Spira und Dr. Weise wie beim SIB individuell geprüft und entschieden. Ein wichtiger Faktor dabei ist das Alter: Bei Frauen, die das 50. Lebensjahr bereits überschritten haben, ist das Brustgewebe weniger strahlenempfindlich als bei jungen Frauen, die mehr Spätfolgen wie Vernarbungen und Verhärtungen der Brust zu gewärtigen haben. Dr. Spira: „Es ist absehbar, dass SIB und Hypofraktionierung in die ärztlichen Behandlungsempfehlungen, die sogenannten Leitlinien, aufgenommen und mit Angaben zum Lebensalter versehen werden.“

 

[1] Quelle: Deutsches Ärzteblatt 110 (2013), Heft 17, S. A 830 = http://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=137618


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Posted: 28. Juli 2016

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